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Schulterchirurgie
Die klinische Untersuchung der Schulter
kommt häufig "zu kurz". Viele Patienten haben
bereits zahlreiche Sonographien, CT und Kernspintomographien
hinter sich, sowie diverse "Therapien". Die Schmerzanamnese,
die Prüfung der Bewegungsausmaßes "range
of motion", die Lokalisation der typischen Schmerzpunkte
und die gezielte Untersuchung der Muskelkraft der Rotatorenmanschette
ist maßgeblich für alle weiterführenden
Maßnahmen und Untersuchungen. Für empfehlenswert
halte ich vergleichende konventionelle Röntgenaufnahmen
der Schultern bds. zur Fragestellung Beeinträchtigung
des "acromiohumeralen Abstandes" und Ausmaß
der Arthrose des Acromioclaviculargelenkes. Desweiteren
ist bei Verdacht auf Rotatorenmanschettenläsion eine
intraarticuläre Kontrastmittelgabe bei Kernspintomographie
sinnvoll, um Lage und Ausmaß der Ruptur oder des Defektes
zu definieren. Für spezielle Fragestellungen ist auch
ein CT erforderlich.
Folgende Fragen sollten diagnostisch klar beantwortet
werden:
- AHA = acromiohumeraler Abstand in mm
- AC-Gelenksarthrose / Osteophytenbildung
- Bursitis subacromialis
- Lage und Ausmaß der Rotatorenmanschettenruptur=frisch
bzw. des Rotatorenmanschettendefektes =alt
- Bankart-Läsion
- Slap-Läsion
- Labrumläsion
Ist die Schulterfunktion schmerzbedingt
erheblich beeinträchtigt, so spielt für die weitere
Behandlung auch das Alter des Patienten eine wesentliche
Rolle. Die Prognose der Rotatorenmanschettenrekonstruktion
ist abhängig von Lage und Ausmaß der Ruptur bzw.
des Defektes ebenso vom Alter des Patienten. Es ist plausibel
das regenerative Vorgänge der Zellbiologie unterliegen,
die im Alter langsamer stattfinden. Die Verfahren der arthroskopischen/minimal
invasiven und der offenen Schulteroperationen werden unterschieden.
Beide Verfahren können ambulant und in Vollnarkose
durchgeführt werden. Für die Wahl des Verfahrens
ist letztlich der Operateur ausschlaggebend. Die Akromioplastik
kann offen effektiver sein als arthroskopisch, da die Osteophytenabtragung
unter "palpatorischer Kontrolle" erfolgt. Für
die Rotatorenmanschettenaht spielt die Verankerung eine
Rolle. Ist die Sehne am Knochenansatz ausgerisssen, muß
sie auch dort wieder befestigt werden und eine sichere Naht
ist die transössäre offene Naht". Bei arthroskopisch
begonnen Operationen beträgt die "Umsteigerate"
zum offenen Verfahren ca. 90%. Der Vorteil der Arthroskopie
liegt in der Begutachtung des Gelenkes generell sowie Planung
des offenen Zuganges, was dann als minimal invasives Vorgehen
bezeichnet wird. Die Größe und die Lage des Operationszuganges
hängt aber letztlich von der Lage des Defektes ab.
Die Nachbehandlung erfolgt mit Ruhigstellung im Gilchristverband
= Schlauchverband abhängig von der Operation:
- Acromioplastik 1 W.
- Rotatorenmanschettennaht 3 W.
- Bankart-Neer Plastik 3 W.
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AC-Gelenksarthrose:
Die Diagnose Acromioclaviculargelenksarthrose
entspricht einer Schultereckgelenkseinengung, die häufig
aufgrund von degenerativen Veränderungen stattfindet.
Die Symptomatik entspricht einer schmerzhaften Einschränkung
der Schulterbewegung. Die klinische Untersuchung gemeinsam
mit der Röntgenuntersuchung und/oder Kernspintomographie
erbringen die Diagnose. Abhängig vom Grad der Erkrankung
und natürlich auch von der beruflichen Tätigkeit
des Patienten muss entschieden werden, ob eine Operation
sinnvoll ist.
Die Operation zielt darauf ab, die Einengung des Schultereckgelenkes
zu beseitigen und wird als "Acromioplastik" bezeichnet.
Die Operationsmethodik kann arthroskopisch oder offen erfolgen.
Die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren müssen
individuell erörtert werden, da z.B. bei Begleitverletzungen,
wie zusätzlicher Rotatorenmanschettenruptur, ein alleiniges
arthroskopisches Vorgehen nicht immer sinnvoll ist.
Nach einer Acromioplastik muss mit einer krankengymnastischen
Rehabilitationsphase von ca. 6 - 8 Wochen gerechnet werden.
Hierbei entscheidend für den Gesamterfolg der Operation
ist die physikalische Therapie / Krankengymnastik.
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Rotatorenmanschettenruptur:
Ursache einer Rotatorenmanschettenruptur
ist häufig ein Unfallereignis, bei dem es zum Muskelfaser-
oder Sehnenriss kommt. Darüber hinaus kann eine "RMR"
auch aufgrund von degenerativen Veränderungen, die
zur Einengung des Schultereckgelenks führen, zustande
kommen.
Die einzelnen Sehnenanteile der RMR werden bezeichnet
als 1. Supraspinatussehne, 2. Infraspinatussehne, 3. Subscapularissehne.
Eine detaillierte klinische Untersuchung mit Überprüfung
des aktiven Bewegungsausmaßes und der gezielten Forschung
nach Muskelschwächen ergibt eine Verdachtsdiagnose,
welche Sehnenanteile verletzt sind. Die Arthro-Kernspintomographie
ergibt die Lokalisation und darüber hinaus die Möglichkeit
einer Vermessung der Rupturstelle. Diese Information ist
ganz entscheidend für die OP-Indikation. Darüber
hinaus ist es sinnvoll eine Röntgenaufnahme des Schultereckgelenks
vorliegen zu haben, um eine zusätzliche Einengung des
Schultereckgelenks nachzuweisen.
Nach einer Rotatorenmanschettennaht wird der Arm zunächst
für 3 Wochen in einem Gilchristverband ruhiggestellt,
bereits nach 1. W. Beginn mit Pendelübungen und geführter
Krankengymnastik - Passivbewegung des Gelenkes. Die Nachbehandlung
ist hier umfangreicher als bei der Acromioplastik und beträgt
ca. 8 - 16 Wochen.
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Habituelle Schulterluxation:
Fast immer geht der Diagnose "habituelle
Schulterluxation" ein Unfallereignis voraus, im Verlauf
kommt es dann bei ganz normalen Alltagsbewegungen zur spontanen
Luxation des Schultergelenkes. Der Patient kann häufig
sogar schon selbst die Einrenkung bewerkstelligen. Langfristig
kommt es durch die "HSL" zu einer Schädigung
des Gelenkknorpels, was zu einem vorzeitigen Gelenkverschleiß
- Arthrose - führt.
Für die Operationsabklärung ist immer eine sehr
umfangreiche Diagnostik, welche Röntgen, Computertomographie
und Kernspintomographie, umfasst.
Die Operation besteht in der Regel in einer Kapselraffung.
Darüber hinaus gibt es noch andere Operationsmöglichkeiten,
die jedoch dem Einzelfall vorbehalten sind.
Erforderlich für die Nachbehandlung ist zunächst
im Normalfall eine Ruhigstellung von in der Regel ca. 3
Wochen, danach intensive Krankengymnastik und Muskelaufbautraining.
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