Die Diagnose "Schenkelhernie" kommt häufiger bei Frauen vor. Wie der Name schon sagt handelt es sich hier um einen anderen Hernientyp, dessen Durchtrittsstelle im Bereich der Gefäßstrukturen liegt, die das Bein versorgen. Die Symptomatik ist sehr variabel, die "Schmerzregion" kann die Leistengegend einbeziehen oder auch die Schamlippenregion. Die klinische Untersuchung ist hier ausschlaggebend - im Einzelfall wird jedoch eine weitere Diagnostik erforderlich sein, um andere Erkrankungen auszuschließen. Die Operation zielt darauf ab die Bruchlücke zu verschließen, auch hier gibt es unterschiedliche Operationsmethoden, die im Einzelfall erörtert werden müssen. Die Nachbehandlung entspricht der für "Leistenhernien".

Diagnose

Bei der körperlichen Untersuchung im Provokationstest (Husten oder Pressen lassen des Patienten) wird im Stehen und im Liegen untersucht, ob eine Vorwölbung ersichtlich und oder palpabel ist. Anatomisch liegt die Hernierung medial der Vena femoralis, die mit der Arteria femoralis und dem Nervus femoralis die "Lacuna vasorum" bildet. Eine spontane Vorwölbung, die im Stehen besteht, jedoch im Liegen verschwindet, weist darauf hin, dass die Hernie reponibel ist. Wenn jedoch bereits Verwachsungen vorliegen, verschwindet die Vorwölbung auch im Liegen nicht mehr. Die Schmerzausstrahlung kann durch Druck auf den Nervus femoralis auch bis in den Oberschenkel ziehen und wird daher auch manchmal als "Hüftgelenksarthrose" fehlinterpretiert. Des weiteren kann es durch stetigen Druck auf die Vena femoralis zu einer Thrombose kommen. In der Folge können "Krampfadern" entstehen. Die Symptomatik von Übelkeit, Brechreiz, Diarrhoen und/oder im Wechsel Obstipation können Vorboten einer Einklemmung mit Darmperforation sein. Bei zusätzlichen Schmerzen kann es sich hier sogar um eine Einklemmung handeln. 
Dies ist zwar statistisch selten (unter 1% pro Jahr), stellt aber die absolute Notfallsituation dar. Es kommt dabei zur Einklemmung mit Darmperforation. Der Austritt von Darminhalt in die freie Bauchhöhle ist lebensgefährlich. Aufgrund der Bauchfellentzündung (Peritonitis) sterben 50% aller Patienten trotz intensivmedizinischer Behandlung.
Die Sonographie im Stehen unter Provokationstest ist meines Erachtens die signifikanteste Untersuchung zum Nachweis einer Hernie. Insbesondere bei adipösen Patienten ist sie nötig, da der visuelle wie auch der palpatorische Befund nicht ausreichen. Sonographisch können Darm (Korkadenphänomen) und Bauch-Fettgewebe (Omentum majus) vom Spezialisten eindeutig differenziert werden. Bei Einklemmungsverdacht erfolgt die Sonographie des Abdomens zum Nachweis von freier Flüssigkeit als Hinweis auf eine Perforation. Bei Rezidiv Leistenhernien oder Rezidiv Narbenbrüchen mit Implantat Dislokation kann die Sonographie hilfreich sein, um Adhäsionen des Darms an der Bauchdecke zu erkennen. In seltenen Fällen konnte bei weiblichen Patienten das Ovar sonographisch im Schenkelkanal (Femoralhernie) nachgewiesen werden. Die endovaginale Sonographie kann keine topographische Lokalisation leisten.
Diese Untersuchungen werden häufig zum Ausschluss anderer Erkrankungen benötigt, sie sind jedoch zum Nachweis einer Hernie nicht regelhaft erforderlich. Der Nachweis der Netzdislokation gelingt auch im CT/MRT nur selten. Bei Narbenhernien oder Rezidiv Hernien, also wenn bereits Verwachsungen mit der Bauchdecke bestehen, werden diese Untersuchungen benötigt, um die Verlagerung von Darmschlingen außerhalb der Bauchdecke nachzuweisen. Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier: www.prirad.de