Die Narbenhernie ist eine Bruchlücke in der Bauchdecke, die nach einer anderen Voroperation auftritt. Hier ist es möglicherweise aufgrund  einer Wundheilungsstörung/Infektion zu diesem Problem gekommen. Aber auch die Konstitution des Fascienmaterials spielt eine Rolle. Auch Patienten nach Langzeitbeatmung oder  Lungenerkrankungen wie z. B. Asthma bronchiale/Nikotinabusus haben ein höheres Risiko eine Narbenhernie zu bekommen. Die Operation zielt darauf ab, den Bruchlückenverschluss möglichst spannungsfrei zu bewerkstelligen. 

Auch Operationen im Kindesalter wie Appendektomie (Blinddarmentfernung) können zu einer Narbenhernie führen. Die Narbenhernie kann nach komplexen Baucheingriffen auftreten wie z.B. Cholezystektomie, Divertikulitis, Ovarial-Ca, Prostata-CA, Colon CA, Nierentransplantation etc.. Die Sectionarbe kann ebenfalls insuffizient werden. Die Diagnostik über Sonographie reicht nicht aus, da bei einem Verwachsungsbauch mit anderen Möglichkeiten gerechnet werden muss. Grundsätzlich empfehle ich die orale Kontrastmittelgabe mit CT Abdomen.

Diagnose

Bei der körperlichen Untersuchung im Provokationstest (Husten oder Pressen lassen des Patienten) wird im Stehen und im Liegen untersucht, ob eine Vorwölbung ersichtlich und oder palpabel ist. Anatomisch ist die Bauchdecke in drei Schichten aufgeteilt, entscheidend ist jedoch die Intaktheit der tiefsten inneren Schicht (Fascia transversalis). Eine spontane Vorwölbung, die im Stehen besteht, jedoch im Liegen verschwindet, weist darauf hin, dass die Hernie reponibel ist. Wenn jedoch bereits Verwachsungen mit der Bauchdecke bestehen, verschwindet die Vorwölbung auch im Liegen nicht mehr. Bei zusätzlichen Schmerzen kann es sich hier sogar um eine Einklemmung handeln. Die Symptomatik von Übelkeit, Brechreiz, Diarrhoen und/oder im Wechsel Obstipation können Vorboten einer Einklemmung mit Darmperforation sein.
Dies ist zwar statistisch selten (unter 1% pro Jahr), stellt aber die absolute Notfallsituation dar. Es kommt dabei zur Einklemmung mit Darmperforation. Der Austritt von Darminhalt in die freie Bauchhöhle ist lebensgefährlich. Aufgrund der Bauchfellentzündung (Peritonitis) sterben 50% aller Patienten trotz intensivmedizinischer Behandlung.
Die Sonographie im Stehen unter Provokationstest ist meines Erachtens die signifikanteste Untersuchung zum Nachweis einer Hernie. Insbesondere bei adipösen Patienten ist sie nötig, da der visuelle wie auch der palpatorische Befund nicht ausreichen. Sonographisch können Darm (Korkadenphänomen) und Bauch-Fettgewebe (Omentum majus) vom Spezialisten eindeutig differenziert werden. Ebenso kann die Läsion der Bauchdecke hinsichtlich der Größe (Bruchlückengröße in cm) bestimmt werden und das Ausmaß der Ausdünnung der tiefen Bauchdeckenschicht (Fascia transversalis) erfasst werden. Bei Einklemmungsverdacht erfolgt die Sonographie des Abdomens zum Nachweis von freier Flüssigkeit als Hinweis auf eine Perforation. Bei Rezidiv Leistenhernien oder Rezidiv Narbenbrüchen mit Implantat Dislokation kann die Sonographie hilfreich sein, um Adhäsionen des Darms an der Bauchdecke zu erkennen. Bei einer Vorwölbung im Skrotalbereich spricht man von einer Skrotalhernie, die sonographisch den Nachweis von Dünndarm im Skrotum erbringt. In seltenen Fällen konnte bei weiblichen Patienten das Ovar sonographisch im Schenkelkanal (Femoralhernie) nachgewiesen werden. Die endovaginale Sonographie kann keine topographische Lokalisation leisten.
Diese Untersuchungen werden häufig zum Ausschluss anderer Erkrankungen benötigt, sie sind jedoch zum Nachweis einer Hernie nicht regelhaft erforderlich. Der Nachweis der Netzdislokation gelingt auch im CT/MRT nur selten. Bei Narbenhernien oder Rezidiv Hernien, also wenn bereits Verwachsungen mit der Bauchdecke bestehen, werden diese Untersuchungen benötigt, um die Verlagerung von Darmschlingen außerhalb der Bauchdecke nachzuweisen. Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier: www.prirad.de