Kinderchirurgie

Die Kinder sind unsere ganz besonderen Patienten!
Wenn sie lächeln geht es ihnen gut!
Aber sie haben ganz sensible Antennen, wenn es um ihr Wohlbefinden geht.
Schmerzen können Kleinkinder sprachlich nicht differenziert mitteilen, es sei denn sie schreien und weinen. Geborgenheit und Empathie werden auch von Babys und Kleinkindern sehr wohl wahrgenommen.

Wenn sie am Tag nach der Operation lächeln und spielen, so als sei nichts gewesen, dann geht es den kleinen Patienten wirklich gut. Die Wundheilung läuft bei ihnen viel schneller als beim Erwachsenen ab, merkwürdigerweise haben sie auch fast nie Wundinfektionen.

Aber die kleinen Patienten haben auch ihren Willen, den man respektieren muss!
Die Spritze und der weiße Kittel können zum lebenslänglichen Trauma werden.
Der Aufenthalt im Krankenhaus ist für jedes Kind eine zusätzliche Strapaze.

In der Kinderchirurgie sind ambulante Operationen von Hernien (Leistenbruch, Nabelbruch) seit über 30 Jahren etabliert. Das heimische Umfeld der Familie, die Geborgenheit wieder zuhause zu sein, spielt für die Psyche des Kindes eine fundamentale Rolle.

Die Verfahren der Operationen haben sich aber in der Methodik geändert, ebenso sind die „Narkoseverfahren“ in Hinblick auf das ambulante Vorgehen optimiert worden.
Wir nehmen uns Zeit, dies im Aufklärungsgespräch ausführlich mit Ihnen zu besprechen.

Die Vorwölbung in der Leistenregion wird beim Säugling mitunter bemerkt beim Wickeln als Zufallsbefund. Sie verschwindet wieder, weil sie spontan reponiert.
Sie kann beim Jungen bis ins Leistenfach/Skrotalfach/Hodenregion reichen, beim Mädchen bis zum Leistenfach/Schamlippenregion reichen. Beim Niesen, Schreien und Husten verstärkt sich der Befund, um dann meistens wieder zu verschwinden im Liegen. Dies lässt einen im Zweifel, ob man sich vielleicht getäuscht hat!
Letztlich ist nur die Einklemmung des Darms oder anderer Bauchorgane ein echter Notfall, der zwar selten auftritt, aber aufgrund der Komplikationen gefürchtet ist.

Die Nabelschnur ist eine Verbindung zur Placenta und dient der Ernährung und Sauerstoffversorgung des Babys. Der Gangverschluss erfolgt mit der „Abnabelung“.
De Facto wird die Nabelschnur einfach durchtrennt und es dauert ein paar Wochen bis die Wunde abgeheilt ist. Der Gangdurchtritt des „Ductus omphaloentericus“ durch die Bauchdecke / Linea alba besteht aber weiter. Dieser Spalt verschließt sich erst vollständig bis zum 3. Lebensjahr und hat einen Durchmesser von 3 bis 5mm. Dies entspricht der Anatomie der Gefäß-Strukturen.
Allerdings können auch hier Einklemmungen stattfinden, wenn der Gangdurchtritt vergrößert ist, dies ist insbesondere bei Frühchen der Fall. Bei Vorfällen größer als Kirschenkerngröße sollten sie allerdings Ihren Kinderarzt konsultieren.